Im Frühling erwacht die Pflanzenwelt nach der kalten Winterpause und in dieser Jahreszeit gilt es, den Boden zu düngen und zu bearbeiten, damit er genügend Wasser aufnehmen kann, sowie die Bäume zu beschneiden. Es kann geschehen, dass das Reifen der Oliven verspätet erfolgt und sich die Ernte bis zum Frühling hinzieht. In der Vergangenheit, als man die Oliven auf dem Baum ließ, bis sie von allein abfielen, kam es vor, dass man am Baum reife Oliven und Blütenknospen gleichzeitig
sah.
Durch das Beschneiden werden mit den dafür vorgesehenen Schneidewerkzeugen die Zweige abgetrennt, damit sie sich erneuern können und die Entwicklung der fruchttragenden Äste des Baumes beschleunigt wird. Dadurch wird außerdem die Form des Baumes so zurechtgestutzt, dass sein Wachstum normal verläuft und der Ertrag vorherbestimmt werden kann, da die Anbau-Bedingungen ebenfalls berücksichtigt werden.Außerdem wird auch auf den Lichtdurchlass in den verschiedenen Teilen der Baumkrone geachtet.All diese Bemühungen laufen darauf hinaus, die Produktivität zu begünstigen und sie im ausgewogenen Verhältnis zum jährlichen Wachstum des Baumes zu
steigern.
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Beschneiden
Es gibt verschiedene Arten der Beschneidung: Das Beschneiden nach der Anpflanzung, das Beschneiden für die Formänderung, für die Baum-Erneuerung, für die
Ertragsverbesserung.
Das Beschneiden nach der Anpflanzung
erfolgt, um dem Baum die Form der Krone und seine Gestalt als ausgewachsener Baum vorzubestimmen (konus- oder vasenförmig, buschförmige Vase etc.), was in den ersten Jahren nach seiner endgültigen Anpflanzung
geschieht.
Die Beschneidung für die Formänderung erfolgt
um die Form der Baumkrone zu ändern; um einem nicht tragenden verwilderten Baum seine ursprüngliche Form zurückzugeben oder begangene Fehler beim Stutzen zu korrigieren. Im Verlaufe dieses Beschneidens werden große Teile des Baums weggeschnitten und durch sorgfältig ausgesuchte kraftvolle Sprösslinge
ersetzt.
Beschneidung für die Erneuerung
Hierbei wird die bewundernswerte “Unsterblichkeit” des Olivenbaums genutzt, um alte Olivenhaine, oder durch Kälte geschädigte Bäume, wieder produktiv werden zu lassen, indem der Baum bis zum Stumpf abgesägt wird und einige kräftige Triebe aus dem Stumpf ausgewählt und stehengelassen
werden.
Beschneidung für optimale Ölgewinnung
Diese erfolgt unmittelbar nach der Frostperiode, da der Frost das Verheilen der Narben im Holz erschweren würde, jedoch noch vor dem Knospen der Bäume.
Düngung
Die Frühjahrsdüngung liefert dem Olivenbaum die für den Keimungsprozess benötigten Substanzen und Mineralien, wobei das Verhältnis zu denjenigen, die bereits im Boden vorhanden sind, ausgeglichen wird und im Bedarfsfall neue hinzugefügt werden. Es wird geschätzt¸ dass 100 kg Oliven im Durchschnitt dem Boden 900 g Stickstoff, 200 g Phosphoranhydrid und 100 g kohlensaures Kali entziehen. Die Düngezeit, wie auch die Qualität und Menge des Düngers hängen vom Gelände, der Lage und vielen anderen veränderlichen Bedingungen ab. Althergebracht und positiv ist der Einsatz organischer Dünger (Mist, Gründüngung etc.) die Stickstoff, Phosphor, Pottasche und viele andere Mikroelemente
liefern.
Bergpfade mit einer Ladung DüngerfässernPostkarte aus Oneglia Anfang d. 20. Jahrh Die Abwässer der Ansiedlungen wurden weiterverwendet, um die Olivenhaine zu düngen und sie fruchtbar zu machen. Abholen und Transport bis zu den Anbaugebieten erfolgte durch Lastesel und wurde durch Vereinbarungen und Ausschreibungs-Genehmigungen reguliert, die als Einnahmequelle sehr begehrt waren.
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