home / besucht / saal 10 





















 

Saal 10 – Unser Ligurien
Von den Alpen fallen die Täler abwärts und stürzen zum Meer: Täler und steile Bergrücken aus Stein, überzogen von einer dünnen Erdschicht. Um auf den Hügeln Anbau betreiben zu können, musste eine gewaltige menschliche Leistung für die Terrassierung vollbracht werden: Das Schaffen von Mauern, die die wenige Erde festhalten konnten, in die dann die Olivenbäume gepflanzt werden konnten. So wurde unser Ligurien geschaffen, aufgebaut von unten nach oben, ein Landstreifen nach dem anderen. Stein auf Stein fügten unsere Väter mit ihren Händen zusammen, jahrhundertelang, vom Meer aufsteigend bis hoch in die Berge hinein. Aus unserem Ligurien ging das Olivenöl nach Frankreich, England, Deutschland und überquerte danach die Ozeane Richtung Nord- und Südamerika und Australien. 

- Zoom 169 Kb -

Wenn man vor der Aussicht eines der Täler steht, die sich von den Ligurischen Alpen zum Meer hin senken und die aus mit Olivenbäumen bedeckten Terrassen bestehen und dazu die Worte des Dichters Boine vernimmt, die er 1911 schrieb, versteht man, wie die zirka 220.000 km Trockenmauern des westlichen Liguriens errichtet wurden. Wir haben ein Stück Terrassierung nachgebaut um zeigen zu können, wie es dadurch möglich wurde, unsere steilen Täler für den Anbau von Olivenbäumen zu gestalten. Die 1932 im Hafen von Oneglia liegenden Schiffe und die auf den Kais mit Kisten voller Oliven-Dosen beladenen Wagen sind ein Teil der Geschichte des Olivenöls.
 

“Unsere Denkmäler stehen nicht auf den Plätzen unserer Städte, vielmehr sind es unsere Landstreifen („fasce“); es ist der Stein, den unsere harten ligurischen Arme zertrümmerten und ihn zur Erde umformten, die es dann zu bearbeiten galt. Dies ist Ligurien.... unsere Väter hinterließen uns keine Paläste, keine ruhmreiche Architektur: Sie haben verbissen, mühevoll, gottesfürchtig, Mauern errichtet, Trockenmauern... zu Tausenden, vom Meer bis hoch zu den Bergen... Mauern und Terrassen, schräggewachsene Olivenbäume als Beweis, dass sie gelebt hatten, gewollt hatten, dass sie voll Willen und Kraft waren...”
Giovanni Boine

Musterdose für Lieferungen nach Amerika
Material: Zinnblech
Herstellungstechnik: Lithographie
Herkunft: Renzetti, Oneglia
Datierung: XX Jahrh.
Verwendungszweck: Behälter für Übersee-Lieferungen

Das Öl war in Dosen 
mit verschiedenfarbigen oft fantasievoll gestalteten Markenzeichen und Dekoren abgefüllt, die in Holzkisten verstaut wurden. Im westlichen Ligurien schufen im Verlauf von einigen Jahrzehnten zahlreiche Firmen Tausende von Markenzeichen als Beweis für den Bekanntheitsgrad des ligurischen Öls in der Welt. Die Graphiker entwarfen nach eigener Vorstellung oder nach Wunsch der Überseekunden allgemein gestaltete Dosen oder genau vorgeschriebene Markenzeichen. Anfänglich ging es um einfache Figuren, Landschaften und Symbolfiguren. Dazu gesellten sich später Ansichten, berühmte Landschaftsbilder¸ historische oder zeitgenössische Persönlichkeiten.